FATBURNER OHNE CHEMIE

Was macht man, wenn man sich 3/4 seines Lebens lang mit ungesunden Sachen vollstopft, keine Einladung zum Essen ausschlägt, auf Feierlichkeiten immer vor einem gut gefüllten Teller sitzt und auch sonst keiner kulinarischen Köstlichkeit abgeneigt ist und man dann merkt, dass die Hosen immer enger werden und Shirts in XL auch kneifen?

PILLEN SIND CHEMIE

So ist es mir ergangen, es war ein Prozess, der sich über viele, viele Jahre doch wie ein roter Faden durch mein Leben zog. Als allein erziehende Mutter stand ich mit knapp 35 Jahren vor dem Kleiderschrank und wusste, so sollte es einfach nicht mehr weitergehen. Ein immenser Teil der Schuld daran, leckeren Speisen gegenüber so schwach zu sein, lag wohl an meiner eigenen Erziehung, denn zuhause musste gegessen werden, was auf den Tisch kommt und ein leerer Teller war der Garant dafür, sich am nächsten Tag über schönes Wetter freuen zu dürfen. Das diese Rechnung natürlich nicht im geringsten aufgeht und leer gegessener eller an sich nichts mit mit meteorologischen Vorhersehungen zu tun haben, hatte mein Unterbewusstsein nicht wirklich den Weg in mein Bewusstsein finden lassen, all die Jahre nicht – zumindest nicht, was meine eigene Ess-Weise anging. Bei den Kindern achtete ich allerdings schon sehr darauf, dass sie ordentlich aßen, aber nie mehr als sie wollten.

Ist die vollwertige Küche altmodisch und längst überholt?

In Zeiten, wo alle paar Monate neue Diäten und Ernährungsmethoden durch Presse und social media propagiert werden als die neuen Wunderdiäten, mit denen leidgeprüfte übergewichtige Menschen innerhalb kürzester Zeit in Größe „zero“ passen dürften, ist es gar nicht so einfach, eine Ernährungsform zu finden, die sich mit dem bisherigen Leben, dem eigenen Geschmack und vor allen Dingen auch einer gewissen Allgemeingültigkeit und Dauerhaftigkeit kombinieren lässt. Ich wusste, was ich gerne wollte und ich wusste auch, was ich nicht wollte, Nahrungsmittelunverträglichkeiten hatte ich nicht und ein gewisses Gespür für Natürlichkeit und Umweltbelange war mir nie abhandengekommen. So versuchte ich dann auch, mir ein Ernährungskonzept zu suchen, mit dem ich einerseits ein gewisses Ziel für meine Abnahme in einer gewissen Zeit realisierbar in Angriff nehmen konnte, andererseits aber auch nicht auf Mono-Diäten, die auf das Hinzufügen oder Weglassen eines ganz gewissen Makronährstoffs bauten, zurückgreifen musste. Damit wurde ganz schnell klar, dass für mich eine ausgewogene vollwertige Mischkost wahrscheinlich der Schlüssel zum Erfolg sein könnte. Die Informationen darüber, selbst Kochbücher waren gar nicht so leicht zu finden, denn in den Buchregalen standen alle möglichen bunten Bücher, mit denen ich mich hervorragend vegan, vegetarisch, low carb, low carb/high fat, im 5:2 Prinzip, nach Atkins oder sonst wie hätte ernähren können, aber die gesunde und vollwertige Mischkost schien aus den Bestsellerlisten gestrichen worden zu sein. Daher drängte sich dann für mich natürlich auch kurzzeitig die Frage auf, ob es überhaupt Sinn macht, an einem „alten“ Konzept festzuhängen, denn:

was ist Vollwertkost, wer praktiziert sie überhaupt, wenn es so wenig ernstzunehmende Information dazu gibt?

Als Einsteigerin wurde ich dann aber doch fündig, als ich mich direkt vor Ort in einem gut sortierten Bioladen befand, der auch eine kleine Buchecke anzubieten hatte. Befasst man sich mit Vollwertkost, lernt man nebenher auch noch eine ganze Menge über die Herkunft der Lebensmittel, den Anbau von Obst, Gemüse und Getreide, man sieht die Kühe auf der Weide plötzlich mit anderen Augen stehen! So beginnt langsam, aber vor allen Dingen lecker und konsequent dann die Umstellung von einem gesunden Mahl auf einem Teller auch zu einem gesunden Denken über diese ökologischen Dinge.

Wie positiv sich die Vollwertkost auf Waage, Geldbeutel und Wohlbefinden niederschlägt

Ich gebe zu, auch meine erste Angst beim Betreten eines Bioladens war, dass ich wohl demnächst sehr viel tiefer in die Tasche greifen müsste, um meine Lebensmittel zu finanzieren. Natürlich wurde ich jedoch recht schnell eines Besseren belehrt, denn nachhaltig und gesund angebaute Lebensmittel ohne unnötige chemische Zusätze, Hormone und Geschmacksverstärker mögen auf den ersten Blick vielleicht geringfügig teurer sein als no-name Produkte billigster Massenwaren in Lebensmitteldiscountern. Allerdings lernte ich auf Fatburnerliste schnell, dass ich auch gar nicht mehr so viel an diesen Dingen einkaufen musste, da die Portionsgrößen sich veränderten, ich viel länger satt war von den Speisen und auch die Kinder nicht mehr ständig nach zuckerhaltigen Snacks verlangten, die ansonsten mengenmäßig einen nicht gerade unwesentlichen Anteil des Einkaufs aufgemacht hatten. Auf meine Gewichtsskala nahm die Umstellung meiner Ernährung einen sehr positiven Einfluss, ich nahm nicht rapide und drastisch innerhalb kürzester Zeit ab, aber es war ein ständiges Absinken des Gewichts mit gleichzeitiger steigender Laune, einem viel höheren Wohlbefindens, mein ganzes Leben gestaltet sich agiler und ausgefüllter. Hautuntereinheiten wurden weniger und verschwanden später sogar ganz. Gelenkbeschwerden, die ich ab und zu mal hatte, kannte ich seitdem nicht mehr. Dazu gesellte sich schon von Anfang an eine verbesserte Verdauung und ein besserer Schlaf. Die Kinder wurden aufmerksamer in der Schule und fühlten sich wohl auch insgesamt ausgeglichener, sie vermissten den Industriezucker auch nicht, denn in der Vollwertkost gibt es durchaus süße Alternativen und man muss auf nichts verzichten! Was die Rezeptauswahl angeht, eröffnete sich für mich eine vollkommen neue Welt! Brot selber backen, für das ich die Körner zuvor selbst gemahlen hatte machte mich auch in meiner Seele zufriedener, mit dem sinkenden Gewicht stieg das Selbstbewusstsein.

POWER KRAFTTRAINING

Oft wurde ich dann auch gefragt, welche tolle Diät ich denn wohl gemacht hätte, dass ich plötzlich so frisch aussah und deutlich abgenommen hatte und meine Antwort war immer die gleiche, „ich mache keine Diät, ich habe meine Ernährung zu einer ausgewogenen vollwertigen Mischkost umgestellt.“ Vollwertkost mag für den einen oder anderen relativ altmodisch klingen, birgt aber für unser Leben heute viel positives und unzählige Vorteile. Vollwertkost hat nichts mit angestaubten Theorien der Ernährungswissenschaftler von vor 50 Jahren zu tun, sondern ist ein Weg, sich und seinen Körper und seine Umwelt mit Nachhaltigkeit und Weitsicht in Einklang zu bringen und dabei auf nichts verzichten zu müssen. Wer sich dazu entscheidet, eine vollwertige Mischkost als neue Ernährungsform zu wählen, entscheidet sich für eine bessere Gesundheit, ein gesteigertes Wohlbefinden und definitiv niedrigere Zahlen auf der Waage, da der Körper die neu angebotene Kost besser verstoffwechselt und schon vorhandene Fettdepots nach und nach abgebaut werden können. Kombiniert man eine vollwertige Mischkost mit einem plus an Bewegung, hat man die wohl auf lange Sicht erfolgreichste „Diät“ gefunden, mit der man nicht nur sich und seine Familie, sondern auch der Umwelt einen großen Nutzen bringt.